head/io http://headio.net bestimmt kein Lifestyleblog Sat, 04 Mar 2017 13:28:52 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.7 WordPress 4.7.2 + W3 Total Cache = Error 500 http://headio.net/wordpress-4-7-2-w3-total-cache-error-500/ http://headio.net/wordpress-4-7-2-w3-total-cache-error-500/#respond Sat, 04 Mar 2017 11:08:43 +0000 http://headio.net/?p=1708

Wordpress geht unterEin falsches Plugin und WordPress geht unter wie ein Sack Sand / Bild: pixabay

Um das Hacking-Risiko zu minimieren, ist man gut beraten, seine WordPress-Installationen immer aktuell zu halten. Ich zittere allerdings bei jedem WordPress-Update ein wenig. Im schlimmsten Fall geht nämlich nachher nichts mehr.

So wie beim Update dieses Blogs auf WordPress 4.7.2 – beim Aufruf des Backends meldete der Server nach dem Update nur lapidar einen Error 500 – Internal Server Error. Das Frontend lief überraschenderweise ganz normal. Die Seitenbesucher bemerkten also nichts.

Der Fehler war zum Glück schnell identifiziert: Es scheint gewisse Inkompatibilitäten mit dem beliebten W3 Total Cache-Plugin zu geben. Die Lösung: Ich habe einfach per FTP den Ordner wp-content/plugins/w3-total-cache sowie die Dateien wp-content/advanced-cache.php und wp-content/oject-cache.ph aus der WordPress-Installation gelöscht. Danach konnte das Update abgeschlossen werden und ich habe (die aktuelle Version von) W3 Total Cache neu installiert. Problem gelöst.

Was lernen wir daraus? Je weniger Plugins, desto besser! Nicht nur, weil WordPress durch unzählige Plugins nicht unbedingt schneller wird, sondern auch, um die Wahrscheinlichkeit von Inkompatibilitäten so gering wie möglich zu halten.

In diesem Fall ging es zum Glück um ein sehr verbreitetes Plugin und ich konnte die Fehlerquelle schnell ergoogeln. Wäre das aber nicht möglich gewesen, hätte ich der Reihe nach jedes einzelne Plugin löschen müssen, so lange bis WordPress wieder funktioniert. Das wäre ein Spaß geworden!

 

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Kostenloses WLAN in Berliner U-Bahnhöfen http://headio.net/kostenloses-wlan-in-berliner-u-bahnhoefen/ http://headio.net/kostenloses-wlan-in-berliner-u-bahnhoefen/#respond Thu, 28 Jul 2016 16:29:43 +0000 http://headio.net/?p=1675

WLAN in Berliner Öffis

Vor vier Jahren habe ich mal den kleinen Berlin-Reisebericht für digitale Nomaden geschrieben. Der war gut gemeint und enthielt allerhand Nützliches: WLAN-Hotspots, Offline-Stadtpläne für’s Smartphone und wie das hier mit dem Handy-Ticket klappt.

Darüber hinaus fehlte einiges, da habe ich einfach nicht gründlich genug recherchiert. Die Karte der kostenlosen Wifi-Hotspots in der U-Bahn musste allerdings fehlen. Die hat die BVG nämlich jetzt erst eingerichtet.

So um 2000 herum wäre das der Hammer gewesen und 2006 immer noch recht fortschrittlich. Im Jahre 2016 allerdings ist es nur noch ganz nett. Besser spät als nie. Ich hätte lieber vernünftigen Handyempfang in der U-Bahn, so wie in Wien.

Andererseits: Kostenlose Hotspots für alle haben eine andere Symbolwirkung als Mikrosender für zahlende Mobilfunkkunden. Berlin ist ja keine tolle Stadt, weil hier alles so gut funktioniert, sondern weil es eine verdammt offene Stadt ist.

Passt schon so.

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Unbezahlte Werbeeinschaltung http://headio.net/unbezahlte-werbeeinschaltung/ http://headio.net/unbezahlte-werbeeinschaltung/#comments Mon, 18 Jul 2016 21:00:53 +0000 http://headio.net/?p=1658

Marlen Tischer - art translations
Marlen kann Kunst und Englisch

Ich mache hier ja immer gerne Werbung für Freunde. Der Blog ist meiner, ich kann tun und lassen, was ich will. Ganz unverschämt Propaganda zu machen für alles und alle, die ich gut finde, gehört dazu.

Zum einen unterstütze ich gerne Menschen, die ihre Ideen umsetzen. Jemand tut etwas, nicht weil er unbedingt muss, sondern weil er es gerne tut? Das ist cool, das ist nicht immer einfach, mehr davon!

Es gibt auch ein Leben jenseits der trostlosen S-Bahn-Fahrt zur Arbeit und des narkotisierenden Feeds der Status-Updates. Wir bekommen sowieso alle viel zu wenig Anerkennung für das, was wir tun. Ein Blogposting ist nicht viel. Aber es ist mehr als nichts. Ein virtuelles Klopfen auf die Schulter. Gut gemacht, gefällt mir, mach weiter!

Ich habe auch diese Idee meines Blogs als Chronik. Ich mag die Vorstellung, dass ich hier abbilde, was in meinem Umfeld passiert. Vielleicht zum eigenen Vergnügen, vielleicht für die Historiker, die in hundert oder tausend Jahren unsere Geschichte schreiben werden.

Mein Leben zerstreut sich auf viele Städte, Jobs und Freundeskreise. Da soll es wenigstens einen Ort geben, eine Internetadresse, wo alles zusammenläuft. Naja, einiges zumindest.

Schließlich finde ich, dass das einfach das ist, wozu das Internet da ist. Es ist ein Netzwerk. Es verbindet Menschen. Es zeigt uns Neues. Man geht hin und sagt: Hey, schaut euch mal an, was ich da gefunden habe!

Das Internet lebt davon, dass nicht immer alle auf dasselbe zeigen, sondern auch mal etwas Unerwartetes, Seltenes oder Seltsames in die Runde bringen. Also schreibe ich über kleinen Sachen von Freunden, weil die nicht eh schon das halbe Internet kennt. So wird das alles ein wenig interessanter.

Zurück zu Marlen Tischer aber. Die übersetzt Texte über Kunst vom Englischen ins Deutsche oder umgekehrt. Das kann sie, weil sie Anglistik, Kunstgeschichte und Denkmalpflege studiert hat. Damit man sie auch findet, hat sie eine kleine Website und so wie ich sie kenne, macht es bestimmt Spaß, mit ihr zu arbeiten.

Ende der unbezahlten Werbeeinschaltung.

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Müde Menschen http://headio.net/muede-menschen/ http://headio.net/muede-menschen/#respond Sun, 05 Jun 2016 20:56:43 +0000 http://headio.net/?p=1643

Früher Nachmittag in der U-Bahn. Ich so müde, dass mir kurz der Kopf wegknickt. Während meine Lider noch fallen, fange ich den Blick einer Frau auf, die leicht amüsiert in meine Richtung lächelt. Gleich darauf hält sie sich die Hand vor den Mund und gähnt. Ach, sie ist auch müde, war wohl ein Sympathielächeln.

Eine Station später bemerke ich, dass neben mir ein Mann sitzt, der laut vor sich hin schnarcht – dick wie ein Planet, unrasiertes Antlitz und Basecap mit dem Schirm nach hinten. Dem gegenüber von mir ist der Schnarcher auch aufgefallen. Wir grinsen uns stumm zu. Menschheit, heute bin ich ein Teil von dir!

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Radiohead – Burn The Witch http://headio.net/radiohead-burn-the-witch/ http://headio.net/radiohead-burn-the-witch/#respond Tue, 03 May 2016 18:16:03 +0000 http://headio.net/?p=1637

Das Video zur neuen Radiohead-Single / Via nerdcore

„King of Limbs“ ist erschienen, als meine Radiohead-Phase schon vorbei war. Irgendwo zwischen „Amnesiac“ und „In Rainbows“ habe ich beschlossen, dass von der Band nichts Spannendes mehr zu erwarten ist.

Vor zwei Tagen hat’s mich dann doch interessiert und ich habe mir das Album nochmal angehört. Und nochmal, und nochmal, für den Rest des Tages keine andere Musik.

Jetzt kann ich mir einbilden, dass Radiohead nur zur Feiern meiner neue erwachten Vorliebe für die Band heute eine Single veröffentlicht haben. Die kann man in Deutschland auf YouTube allerdings (noch) nicht hören und auf Vimeo auch nicht. René von Nerdcore hat das Video allerdings hochgeladen.

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Bäume (Träume nicht im Bild) http://headio.net/baeume-traeume-nicht-im-bild/ http://headio.net/baeume-traeume-nicht-im-bild/#respond Sun, 01 May 2016 16:02:44 +0000 http://headio.net/?p=1623

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Montagsspaziergang / 28. März 2016 http://headio.net/montagsspaziergang-28-maerz-2016/ http://headio.net/montagsspaziergang-28-maerz-2016/#comments Mon, 28 Mar 2016 16:26:27 +0000 http://headio.net/?p=1609

Warum das lange Gesicht? Die Netflix-Serie Bojack Horseman gibt in bisher zwei Staffeln Antwort darauf.

Gestern gab’s keinen Sonntagsspaziergang. Dafür gibt’s heute einen Montagsspaziergang. Es ist Ostermontag, wir haben frei, die Sonne scheint. Perfekt.

Den Anfang macht Musik, wie immer. Von den Garçons d’Honneur gibt es bis jetzt sechs Mixe auf Mixcloud. So alle paar Jahre kommt ein neuer dazu. Nicht die Produktivsten also. Aber das, was sie bis jetzt gemacht haben, hat es dafür in sich.

Falls man schöne Hintergrundbeschallung braucht, um gutgelaunt für Freunde zu kochen, im Park abzuhängen oder an einem Tag wie heute einen Blogbeitrag zu schreiben, ist das die perfekte Musik. Das meine ich kein bisschen zynisch. Unkomplizierte Nettigkeit kann ganz schön super sein.

Vorige Woche habe ich die These aufgestellt, dass Gehen nur durch Ziellosigkeit zum Spazierengehen wird. Das habe ich einfach mal behauptet, weil es mir richtig vorkam. Es freut mich allerdings, dass Ilija Trojanow offenbar der selben Ansicht ist. Der hält nämlich als Gastprofessor an der New York University ein Seminar mit dem schönen Titel „The Poetics and Politics of Walking“. Und weil es ein Seminar ist, gibt es auch einen Praxisteil: Einen stundenlangen Stadtspaziergang, bei dem sich die Studenten an drei Regeln halten müssen. „Kein Ziel“ ist die erste davon.

Zum Geburtstag habe ich ein Netflix-Abo bekommen, damit ich bei akuter Schlaflosigkeit wenigstens meinen Vorrat an unnötigem Wissen mit klugen Dokus erweitern kann. Das ist vielleicht nach hinten losgegangen. Statt klugen Dokus habe ich nämlich die Freuden des Bingewatchings von Serien entdeckt. Das potentielle Mittel gegen Schlaflosigkeit ist jetzt eine mögliche Ursache.

Meine größte Serienentdeckung ist Bojack Horseman. Es ist eine Serie über einen alternden, narzisstischen Serienstar aus den 90ern. Er erinnert ein wenig an Bill Cosby, das liegt vielleicht an den Pullovern, die er trägt. Das gezeichnete Universum, in dem er lebt, lässt an Fritz the Cat denken. Bojack ist halb Mensch, halb Pferd, seine Agentin ist eine Katze und sein bester Freund und liebster Feind ein debil grinsender Golden Retriver. Bunt, zynisch, voller überdrehter Einfälle und mit einer durchgehenden Handlung, die sich viel Zeit für die Figurenentwicklung lässt: Bojack Horseman ist vielleicht die beste Animationsserie, die ich in den vergangenen Jahren gesehen habe. Je nach Perspektive ist es eine moderne Fabel, eine Serie über Depression oder eine Satire auf die Unterhaltungsindustrie.

Man könnte sagen, dass Bojack Horseman eine sehr lange Version dieses alten Witzes ist, in dem ein Pferd in eine Bar kommt und der Barkeeper fragt: Warum das lange Gesicht?

Dass ich Almedin Čandić erst vor einem Jahr auf der Geburtstagsparty eines gemeinsamen Freundes zum ersten Mal getroffen habe, ist ein kleines Wunder. Wir haben uns lange genug gleichzeitig im Gravitationsfeld des Wiener Publizistikinstituts bewegt und ich habe seinen Namen bestimmt mehr als einmal gehört.

Als ich mich dann auf dieser Geburtstagsparty mit ihm unterhalten habe, dachte ich mir etwas in die Richtung von: Schade, dass ich den nicht kennengelernt habe, als wir beide noch studiert haben. Wir hätten uns gut verstanden. Almedin ist, wie ich, sozusagen ein Mitglied im Club der von Neil Young Getöteten. An diesem Abend machte er auf mich mit seiner ruhigen, nachdenklichen Art Eindruck. Er wirkte wie jemand, der eine durchaus unkonventionelle Lebenseinstellung pflegt, weil er eine gewisse innere Freiheit erlangt hat, die ihm erlaubt, manches nicht zu wichtig zu nehmen. Vielleicht kommt das vom vielen Meditieren.

Aber Schluss damit! Jemanden zu beschreiben ist zwangsläufig ungerecht. Was einen Menschen wirklich ausmacht, kann man nicht in einem ganzen Buch festhalten und schon gar nicht in ein paar Zeilen. Erst recht nicht, wenn es um jemanden geht, den man nur von einem lange zurückliegenden Partygespräch kennt. Ich will euch Leserlein ja nur auf Almedins neues Blog neugierig machen. Das beschreibe ich jetzt nicht, sondern lasse seine eigenen Worte sprechen: „Ich bin davon überzeugt, dass Sie, der Leser, bereits bemerkt haben, dass es sich bei meinen Texten eben nicht um Tatsachenberichte oder gar Meinungen handelt, sondern vor allem um eine weitere Kunstform, die ich die wahnsinnige Literatur oder wahnsinnige Philosophie oder philosophische Literatur nenne.“

Und um das Thema „Beobachtung eines Wieners in Berlin“ fortzuspinnen: Im Modeteil von derstandard.at gibt es fünf Interviews mit Kreativen aus Österreich, die in Berlin leben. Da müssen natürlich die üblichen Stereotypen der Wien-Berlin-Vergleiche aufgewärmt werden, die aber genauso natürlich nicht völlig aus der Luft gegriffen sind. Das Spannendste sind, wie so oft, die Kommentare. Ein tiefer Blick in das Selbstbild Wiens.

Die Idee einer 100prozentigen Erbschaftssteuer ist mir neu. Sie kommt mir wie die kleine Schwester des bedingungslosen Grundeinkommens vor. Beide Konzepte wirken auf den ersten Blick radikal und utopisch, bei genauerer Betrachtung aber sinnvoll und durchaus machbar. Beide Konzepte versprechen ein wenig Abhilfe gegen Kapitalakkumulation bei wenigen bei gleichzeitiger Prekarisierung breiter Massen.

Irgendwie dauern diese Spaziergänge immer länger, als ich vor habe. Jetzt ist es aber wirklich Zeit, nach Hause zu gehen. Bis zum nächsten Mal!

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Sonntagsspaziergang / 20. März 2016 http://headio.net/sonntagsspaziergang-20-maerz-2016/ http://headio.net/sonntagsspaziergang-20-maerz-2016/#respond Sun, 20 Mar 2016 21:41:30 +0000 http://headio.net/?p=1579

Diesen Sonntag habe ich wirklich einen Spaziergang gemacht. Spaziergang könnte man jedenfalls dazu sagen, wenn man das Zurücklegen mittellanger Strecken zu Fuß ganz allgemein Spaziergang nennt. Ich möchte aber behaupten, das Spazierengehen zeichnet sich auch durch Ziellosigkeit aus. Das Gehen wird nur dann zum Spazierengehen, wenn man um des Gehens willen geht.

Dieser Gang hatte aber sehr wohl ein Ziel: Ein Wohnzimmerkonzert nämlich. Aber auf dem halben Weg ist L. und mir eingefallen, dass wir das Altglas mitnehmen wollten. Wir sind wieder zurückgegangen. Das Gehen war also von einer gewissen  Unabsichtlichkeit bestimmt. Um uns nicht darüber zu ärgern, haben wir uns entschlossen, es als Spaziergang zu verstehen.

So beginnt also auch dieser Online-Sonntagsspaziergang mit Musik, so wie schon der erste. Man kann sich die Songs von Axel Rafael Raafberg auf seiner Website anhören und sie recht nett finden. Ich sagte, du klingst ein wenig wie Damien Rice. Er sagte, das habe ich noch nie gehört. Die Leute vergleichen mich immer mit jemand anderem, je nachdem, wo ich spiele. An zwei oder drei Stellen schien etwas von Leonard Cohen durchzuklingen, aber das liegt vielleicht an mir.

Die Aufnahmen geben die Stimmung auf diesem Wohnzimmerkonzert nicht wieder, das ist jedenfalls klar. Eine Intensität, die entsteht, wenn eine gute Handvoll Menschen gleichzeitig von Musik berührt wird und jeder weiß, dass es den anderen gerade genauso geht. Die Gänsehaut beim Hören von Raafberg kommt allerdings nicht vom Ausloten von Stimmungen und Befindlichkeiten, das man bei Männern mit Gitarre erwarte. Das kann er schon. Aber Raafberg findet auch, dass es zu wenig Politik in der Musik gibt. Gerade die Lieder, die er politische Songs nennt, verhindern, dass der gesamte Auftritt so mit Wohlgefälligkeit gesättigt ist, dass er schon nicht mehr gefällt.

Für alle, die das verpasst haben: Als kleinen Trostpreis hat Raafberg angekündigt, die Aufnahmen dieses Wohnzimmerkonzerts und der zwei oder drei davor irgendwann ab Mitte dieser Woche auf seine Website zu stellen.

Ich fand ja schon immer, dass die 1960er und 1970er-Jahre das fortschrittlichste Jahrzehnt waren. In der Kunst, in der Musik, im Sozialen. Im Vergleich dazu wirkt vieles, was danach passiert ist, recht schal und mutlos. Vielleicht ist das die romantische Verklärung von einem, der geboren wurde, als diese Jahrzehnte nur noch als Hintergrundstrahlung im soziokulturellen Kosmos existierten. Aber zumindest orf.at-Kulturchef @Simon_Hadler sieht das ähnlich und lässt das am Ende eines Textes über die 70er-Ausstellung auf der Schallerburg auch deutlich werden.

Das ist mir so sympathisch, dass ich gleich im Twitter-Feed des Mannes gestöbert habe. Und was habe ich gefunden? Einen Artikel über Wien in der Washington Post. Jason Wilson beschreibt darin recht detailliert, warum Wien nicht nur am Papier sondern auch im Alltag eine lebenswerte Stadt ist und warum er trotzdem lieber in weniger gemütlichen Städten lebt. Da E. ja meint, mein Sonntagsspaziergang seinen Beobachtungen eines Wieners in Berlin, muss ich jetzt hinzufügen: Was Wilson da schreibt, erklärt ziemlich gut, warum ich von Wien nach Berlin gezogen bin.

Und außerdem wäre da noch dieses Interview mit dem österreichischen Grünen-Aussteiger Klaus Werner Lobo, das zwar sehr vice ist, aber all der Enfant-terrible-Grimm von Lobo ist eben auch ein wenig weise.

Irgendwann, wenn ich zu viel Zeit habe, mache ich vielleicht den kostenlosen Online-Kurs zur Moderne. Also wahrscheinlich nie. Wahrscheinlich gehe ich bei Freizeit und akutem Interesse an Kunst lieber in eine Ausstellung.

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Sonntagsspaziergang / 6. März 2016 http://headio.net/sonntagsspaziergang-6-maerz-2016/ http://headio.net/sonntagsspaziergang-6-maerz-2016/#respond Sun, 06 Mar 2016 16:30:12 +0000 http://headio.net/?p=1562

Da ich ja offenbar nicht genug Disziplin habe, regelmäßig einen Blog-Artikel zu schreiben, habe ich mir etwas einfallen lassen: Den Sonntagsspaziergang durch die Online-Welt. Einfach ein paar bemerkenswerte Links, über die ich in der vergangenen Woche gestolpert bin.

Den Anfang macht Musik. Leonard Cohen in einer Aufnahme von 1968. Irgendjemand hat das angenehmer Weise mit allen analogen Störgeräuschen des Vinyls auf YouTube gestellt. Seit ich den Link gefunden habe, höre ich nichts anderes. Auch, weil die Mono-Aufnahme dem verbliebenen linken Lautsprecher meiner zerstörten Boxen sehr entgegen kommt.

 

Nun aber zu etwas Lustigen. Der unbeschreibliche Marc Carnal hat auf FM4 einen hübschen Text veröffentlicht, in dem es um… ja, um was geht es eigentlich? Jedenfalls demonstriert er, welche Freiheiten man als Journalist nicht hat, lästert über Immobilienmakler und hat eine feine Geschichte über das Michael-Jackson-Denkmal in Mistelbach eingeflochten.

Ich spiele ja keine Computerspiele mehr. Irgendwie langweilen sie mich. Egal wie komplex sie sind, sie folgen doch immer recht simplen, durchschaubaren Mustern. Jetzt könnte man natürlich entgegen, dass genau diese Beschränktheit der Spiele-Welt es ist, die ein Spiel zum Spiel macht. Aber was mich anfänglich an Computerspielen fasziniert hat, war die Vorstellung, dass der Bildschirm zum Fenster in eine andere Welt wird. No Man’s Sky wäre also ein Spiel ganz nach meinem Geschmack.

Weiter geht’s mit Links zum Standard. Dort hat Marlene Streeruwitz einen klugen Text über das Frausein in Österreich veröffentlicht. Ich bin zwar keine Frau – und nebenbei bemerkt auch nicht mehr in Österreich – aber man müsste schon beschränkt sein, um zu denken, sogenannte Frauenfragen gingen nur Frauen was an. Vor allem, wenn bei ihrer Bearbeitung solche Aussagen entstehen: „Die Reality-Dramaturgie von Medienereignissen wie der Oscarnacht oder Heidi Klums Top-Model-Wahl verwandelt das Feilbieten seiner oder ihrer selbst zum Drama des Persönlichen und beutet damit die da arbeitenden Personen endgültig in ihren tiefsten Lebensentwürfen aus.“

Als ich nach Neukölln gezogen bin, durfte ich mir von Bekannten Sätze wie „Was, Neukölln? Da würde ich mich nachts nicht auf die Straße trauen!“ anhören. Das ist Quatsch. Man kann in Berlin und auch in Neukölln wunderbar nachts durch die Straßen spazieren und ist so sicher, wie man nur sein kann. Aber wie immer, wenn viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, kommt es manchmal zu Kollisionen. Auch in dieser Stadt kann es passieren, dass jemand abdreht und die Fäden reißen lässt, die ihn mit der Welt um sich herum verbinden. Und es kann passieren, dass ohne ersichtlichen Grund jemand auf offener Straße erschossen wird. Das ist natürlich ein absoluter Bruch aller Regeln des Zusammenlebens, ein Bruch, der nicht nur für die unmittelbar Betroffenen, ihre Freunde und Angehörigen fatal ist, sondern auch ein größeres gesellschaftliches Gesamtes in Frage stellt. Dementsprechend hartnäckig müssten die Ermittlungsbehörden an der Aufklärung arbeiten, möchte man gerne glauben. Aber tun sie das?

So, zum Ausklang aber von den hässlichen Seiten Berlins zu den erfreulichen. Berlin ist nämlich auch eine Stadt, in der so sympathische Träumer wie Dan K. Sigurd in schöner Regelmäßigkeit ihre Kunst/Lesung/Performance/Wasauchimmer-Abende zelebrieren. Der nächste findet am 25. März im Literaturcafé Tiramisu in Friedrichshain statt.

France-`15 - Tiramisu

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Letisko Bratislava http://headio.net/letisko-bratislava/ http://headio.net/letisko-bratislava/#respond Mon, 30 Nov 2015 16:28:25 +0000 http://headio.net/?p=1535

Flughafen Bratislava

Ich liebe ja den Flughafen Bratislava, weil er klein ist und verpennt, weil dort weniger Betrieb herrscht als an einem mittelgroßen Provinzbahnhof – sagen wir mal Attnang-Puchheim – und die Distanzen kurz sind. Alles geht schneller als an großen Flughäfen und fühlt sich genau deshalb entschleunigt an. Wenn ich aber gewusst hätte, wie schnell hier wirklich alles geht, hätte ich einen früheren Bus gebucht und müsste jetzt nicht zwei Stunden warten. So sehr liebe ich den Flughafen Bratislava dann doch nicht.

Zwei weißhaarige und -bärtige Männer mit bunten Turbanen fallen sich freudenstrahlend in die Arme. Ein kleines, blondes Mädchen stolpert vergnügt lachend durch den Flughafen, so als hätte es gerade erst das Laufen gelernt. Jeder Schritt ein Abenteuer, der Papa spielt mit und trottet stoisch hinterher. Am Tisch neben mir sitzt ein Studentenpärchen und unterhält sich angeregt in einer fremden Sprache. Ich brauche eine halbe Minute, um zu merken, dass es Wiener Dialekt ist und ich jedes Wort verstehe.

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Schmeckt das behindert? http://headio.net/schmeckt-das-behindert/ http://headio.net/schmeckt-das-behindert/#comments Fri, 05 Jun 2015 09:56:56 +0000 http://headio.net/?p=1434

Vor einem Monat hat mir der Martin Habacher noch ganz begeistert von dem Video erzählt, das er gerade dreht. Jetzt ist es fertig.

Eine Anspielung auf einen österreichischen McDonalds-Werbespot – dass Martin allerdings gar kein Budget hatte und der Burgerbrater vermutlich ein sehr großes, das sieht sieht man auch nicht. Hut ab!

Für das Licht (und einen kleinen Cameo-Auftritt) zeichnet sich übrigens der fabelhafte Johannes Oehe verantwortlich. Und die Hauptdarstellerin, Mariam Hage, arbeitet auch für die Wien-Abteilung von Café Babel, das ich von den FEJS-Workshops kenne.

Ein Beitrag über den Spot von Martin im Barrierefreiheit-Blog der Zeit, falls jemand eine Erklärung braucht: http://blog.zeit.de/…/20…/06/04/behinderung-ist-geschmacklos

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„Facebook und Twitter saugen uns sowieso schon genug Diskussion ab, oder?“ http://headio.net/facebook-und-twitter-saugen-uns-sowieso-schon-genug-diskussion-ab-oder/ http://headio.net/facebook-und-twitter-saugen-uns-sowieso-schon-genug-diskussion-ab-oder/#respond Mon, 23 Feb 2015 10:33:14 +0000 http://headio.net/?p=1425

Ritchie Pettauer, österreichisches Blogger-Urgestein und smarter Web-Wunderwuzzi, lässt den „Wutblogger“ raushängen. Der Auslöser: Beim 3. Blogger-Kommentiertag Österreich am 22. Februar haben nur 32 Leute mitgemacht. Und das, obwohl es viel mehr spannende Blogs in Österreich gibt. Und obwohl Blogger allen Grund haben, sich zu vernetzen.

Was soll ich sagen? Er hat recht. Nur durch Vernetzung können viele kleine, unabhängige, selbstgehostete Blogs Online-Riesen wie Facebook, Twitter, Buzzfeed und wie sie alle heißen etwas entgegensetzen. Bleibt nur noch die Frage, ob das nicht ohnehin ein verlorener Kampf ist. Die schöne Utopie vom Internet als Ort der weitgehend gleichberechtigten Diskurse, kann man daran heute noch glauben?

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Scheiße, Ikarus, scheiße! http://headio.net/scheisse-ikarus-scheisse/ http://headio.net/scheisse-ikarus-scheisse/#respond Wed, 28 Jan 2015 14:35:27 +0000 http://headio.net/?p=1416
Parrot AR Drone
So zeigen die Produktfotos des Herstellers die Parrot AR.Drone 2.0, Foto: www.parrot.com

Ein Spielzeug aus dem „Krieg gegen den Terror“, diese Drohne. Oder ein Objekt aus einem Roman von William Gibson. Der schrieb früher Science-Fiction und macht jetzt Gegenwartsliteratur, weil die technische Entwicklung seine Zukunftsfantasien eingeholt hat.

Brummeldibrumm, flapp-ritsch, krawach! War der Riss im Vorhang schon da, bevor die Drohne damit kollidiert und abgestürzt ist? Meine Wohnung ist eindeutig zu klein, und mein Smartphone, mit dem ich die Drohne steuern soll, zu alt. Das Videobild des Flugobjekts wird auf dem Handybildschirm nur ruckelig dargestellt, und ständig steht etwas im Weg. Ein Glück, dass sich die Rotoren von selbst abschalten, sobald sie auf ein Hindernis stoßen, und dass das Ding stabil konstruiert ist. Aber Spaß kommt so nicht auf.

Neuer Versuch. Strahlende Sonne und nur leichter Wind auf der taz-Terrasse im fünften Stock. Perfekt für einen Testflug. Flugs ist die Innenhülle mit den Rotorschützern gegen die Hülle für Außenflüge ausgetauscht, ein Kollege leiht mir sein Smartphone, die entsprechenden Einstellungen in der App angewählt und der grüne Button zum Starten gedrückt. Vor, zurück, hoch, runter. Sie bewegt sich viel schnittiger als in der Wohnung, vielleicht ein wenig unstet, als hätte sie ein gewisses Eigenleben. Ich fange an, sie zu mögen.

Nachts träume ich manchmal davon, dass ich fliegen kann. Ein Schweben in angenehm flottem Tempo, aufrecht stehend und maximal auf der Höhe von Überlandleitungen. Fliegen im Traum klappt nur, wenn mir niemand zusieht, es ist schön und so selbstverständlich wie Radfahren.

Die AR.Drone zu steuern hat etwas Berauschendes. Was ist das für ein Gefühl? Macht, Leichtigkeit, Höhenrausch? In Kopfhöhe, in Überkopfhöhe, deutlich über Gebäudehöhe – von der Terrasse blickt man über die Häuser. Windig da oben, und schon schwebt die Drohne über der Straße.

Scheiße, Ikarus, scheiße! Hektisches Rumgefummel an der Steuerung. Die Batterie ist auch bald leer. Drohnenabsturz aus Dachhöhe auf die Rudi-Dutschke-Straße? Dann besser langsam runter. Nicht auf die Fahrbahn, bloß nicht auf die Fahrbahn! Kontakt mit einem Rückspiegel, Bruchlandung nur halb am Gehsteig, und ich atemlos die Treppen runter.

Unten warten Polizisten. Sie lassen sich beim Warten nur ungern stören. Ein Auto abzuschleppen ist eine ernsthafte Angelegenheit, und ein Kerl, der was von einer abgestürzten Drohne erzählt, hat offenbar einen Vogel. Oder eben keinen mehr. Gesehen haben sie nichts. Ich auch nicht. Das letzte Bild am Handybildschirm steht auf dem Kopf, eine Gehsteigkante und zwischen zwei Reifen im Vordergrund freier Blick auf eine giftgrüne Litfaßsäule in der Ferne.

Der CIA wurde auch schon mal eine Drohne geklaut. Eine deutlich größere und teurere. Die ist im Iran abgestürzt. Das ist allerdings auch kein tröstlicher Gedanke, in keinster Weise.

Erschienen in der taz am 28./29. Dezember 2013. Getestet wurde die Parrot AR.Drone 2.0 Elite Edition.

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MY Sound of Music Festivalfilm 2014 http://headio.net/my-sound-of-music-festivalfilm-2014/ http://headio.net/my-sound-of-music-festivalfilm-2014/#respond Tue, 27 Jan 2015 15:57:10 +0000 http://headio.net/?p=1400

Ich mache mal ganz unverschämt Werbung für das MY Sound of Music Filmfestival in Salzburg. Nicht nur, weil ich mit einem Teil der Leute aus dem Organisationsteam befreundet bin und die meisten zumindest kenne und schätze. Sondern auch, weil ich sehr viel Respekt davor habe, dass sie dieses kleine, gegen den Strich gebürstete Filmfestival 2014 schon zum zweiten Mal auf die Beine gestellt haben.

Der gar nicht so kleine Kreis um Selina Nowak strahlt so viel freudigen Tatendrang aus, dass man einfach mitmachen möchte. Aber ich bin ja in Berlin, fern ab vom Geschehen in Salzburg und Wien. Hier kann ich nicht so viel tun. Aber ein wenig Propaganda auf meinem Blog – das zumindest ist drin.

Dieses Festivalvideo tröstet mich ein wenig darüber hinweg, dass ich 2014 nicht hinfahren konnte. So viele bekannte Gesichter, so viel charmantes, ganz und gar nicht stereotypes Österreich! Wer wie ich nicht dabei war, kann sich damit einen Eindruck von diesem schlauen, fröhlichen Festival machen. Vielleicht sehen wir uns dann ja im Herbst 2015 in Salzburg?

Bei der Gelegenheit rühre ich auch gleich die Werbetrommel für Frau Nowaks Transorientalischen Musikexpress. Eine Radioshow, bei der man die schöne Frau Nowak auf ihren musikalischen Entdeckungsreisen begleiten kann. Das lohnt sich! Mit der Frau Nowak habe ich mich nämlich noch nie gelangweilt auf einem Konzert.

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Es ist Zeit http://headio.net/es-ist-zeit/ http://headio.net/es-ist-zeit/#respond Mon, 14 Jul 2014 10:08:16 +0000 http://headio.net/?p=1393

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Es liegt nicht an Dir. Es liegt an Berlin. http://headio.net/es-liegt-nicht-an-dir-es-liegt-an-berlin/ http://headio.net/es-liegt-nicht-an-dir-es-liegt-an-berlin/#respond Wed, 25 Jun 2014 15:31:12 +0000 http://headio.net/?p=1385
Es liegt nicht an dir. Es liegt an Berlin.
Plakat von urbar.net an der U1-Station Gleisdreieck

 

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Bärenquell-Brauerei http://headio.net/baerenquell-brauerei/ http://headio.net/baerenquell-brauerei/#respond Thu, 15 May 2014 10:16:49 +0000 http://headio.net/?p=1367

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Neue Mauern http://headio.net/neue-mauern/ http://headio.net/neue-mauern/#comments Sat, 11 Jan 2014 13:11:50 +0000 http://headio.net/?p=1356
Gipsy_Portrait
Ein Rom mit Kind in Plowdiw, Bulgarien. Foto: Ferran Jordà / Flickr

Antisemitismus fällt uns auf, aber Antiziganismus? Das Foto der kleinen Marie und des Roma-Pärchens, das sich als ihre Eltern ausgab, ging im Oktober europaweit durch die Nachrichten. Ein blondes Mädchen in einer Roma-Familie, die griechischen Behörden hatten Verdacht geschöpft. Dass Roma Kinder stehlen, sei kein Einzelfall, so die implizite Verdächtigung, die das breite Medieninteresse erklärbar macht. Die irischen Behörden nahmen vorsichtshalber Roma-Eltern zwei blonde Kinder weg. Im Nachhinein stellte sich heraus: Ihren echten Eltern. Mit der Berichterstattung wurde ein uraltes Klischee reproduziert. Manche Großmutter hat ihren Enkeln Angst eingejagt mit Geschichten von Roma-Frauen, die weite Röcke tragen, um Kinder darunter zu verstecken und zu entführen.

Im Unterschied zu Antisemitismus gibt es kaum Sensibilisierung gegen Antiziganismus. Dabei bedient sich diese Haltung oft genug derselben Vorurteile. Dass sie Christenkinder stehlen, das hat man früher Juden unterstellt. Und die aktuelle Debatte um die Arbeitnehmerfreizügigkeit für Bulgaren und Rumänen? Das ist doch auch schlecht kaschierter Antiziganismus! Bei Bulgaren und Rumänen dürften nicht wenige an bettelnde Roma denken und tatsächlich sind das die beiden osteuropäischen Länder, in denen am meisten Roma leben.

Das Schreckensbild, das da beschworen wird, ähnelt der Angst vor dem Zuzug verarmter Juden aus dem osteuropäischen Schtetl im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Sie bereitete den Boden für die antisemtische Propaganda der Nationalsozialisten. Es sind die Ressentiments gegenüber armen, benachteiligten Bevölkerungsgruppen, die in wirtschaftlich unstabilen Zeiten besonders gut funktionieren.

Roma werden in Osteuropa seit Ende des Kommunismus zunehmend ausgegrenzt. Das geht soweit, dass um einzelne Roma-Siedlungen Mauern errichtet werden. So etwas ist  offenbar möglich im heutigen Europa, in der EU. Darüber zu reden wäre eigentlich die wichtigere Debatte.

Dieser Kommentar entstand für meine Ausbildung an der Freien Journalistenschule

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Der Indianer löst den inneren Konflikt http://headio.net/der-indianer-loest-den-inneren-konflikt/ http://headio.net/der-indianer-loest-den-inneren-konflikt/#respond Mon, 18 Nov 2013 19:47:25 +0000 http://headio.net/?p=1345

Seit zehn Jahren sinkt der Zigarettenabsatz in Deutschland, aber immer mehr Raucher drehen selber. Am liebsten ohne Zusatzstoffe.

Es gibt Raucher, die Wert auf richtigen Tabak legen. Die Päckchen in sattem Blau, der Tabak darin mit Zusatzstoffen versehen. Die sorgen dafür, dass der Rauch angenehm schmeckt und die Zigarette gleichmäßig brennt. Die Päckchen in den kräftigen Farbtönen sieht man nur noch selten. Viele Selberdreher rauchen heute ein anderes Kraut. Die Farben dieser Tabakbeutel wirken, als hätten sie lange in der Sonne gelegen. Pastellfarben und natürlich, wie Produkte aus dem Bioladen. Es ist der Traum von einer harmlosen Zeit. Von einer Vergangenheit, in der die Freude an Farbe mit der Unfähigkeit kollidierte, sie zu erzeugen. Tabak ohne Zusatzstoffe erkennt man am Design.Die bayerische Firma Pöschl Tabak brachte 2006 die Marke Pueblo auf den Markt. Viele Raucher fühlten sich angesprochen. Für den Konsum des Tabaks gibt es zwei Motive: Er ist billig und enthält keine Zusatzstoffe. Pueblo wurde ein Hit. Inzwischen verkauft die Firma 2.400 Tonnen jährlich. Sie ist europaweit Marktführer bei Feinschnitt ohne Zusatzstoffen.

Feinschnitt ist ein Fachbegriff. Wenn das auf der Packung steht, weiß man: billiger deutscher Tabak. Stinkendes Kraut, das im Hals kratzt. Auf dem guten Tabak stand Halfzware Shag. Shag ist niederländisch für Feinschnitt. Die Niederlande waren früher durch ihre Kolonien ein Zentrum des Tabakhandels. Sie hatten die besseren Sorten. Halfzware ist eine Stärkebezeichnung. Halbschwer, ein heller, leichter Tabak im Gegensatz zum dunklen Zware Shag. Seit 2003 ist es verboten, Tabak mild oder leicht zu nennen. Also ist die Bezeichnung Halfzware Shag verschwunden.

Dann kam der Tabak ohne Zusatzstoffe mit einer neu gedeuteten Eigenschaft. Trockenheit ist nun kein Mangel, sondern ein Qualitätsmerkmal. Wäre er so feucht wie konventioneller Tabak, würde er ohne künstliche Hilfsmittel verderben.

Pöschl Tabak hat den Firmensitz in der niederbayerischen Gemeinde Geisenhausen. Bevor die Firma mit Feinschnitt Erfolg hatte, war sie für Schnupftabak bekannt. Ein Nischenprodukt im Vergleich zu rauchbaren Tabakwaren, aber diese Nische gehört den Bayern. Die Hälfte des weltweit verkauften Schnupftabaks kommt aus Geisenhausen.

Drehtabak ist ein größeres Marktsegment, das auch in Zeiten sinkender Zigarettenverkäufe wächst. Das zeigen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Während der Verbrauch von Zigaretten in den vergangenen zehn Jahren von rund 1.800 Stück je Einwohner auf rund 1.000 Stück sank, stieg der Feinschnitt-Verbrauch im selben Zeitraum von etwa 190 Gramm auf fast 330 Gramm.

Selbst drehen wird auch attraktiver, weil die Preise für Zigaretten steigen. Feinschnitt hingegen wird niedriger besteuert. Mit einer Packung kann man etwa 50 Zigaretten drehen. Tabak kostet 3,90 Euro. Dazu kommen die geringen Kosten für Filter und Papier. Das macht etwa 1,90 Euro für 19 Zigaretten. Kein schlechter Preis.

Die Bayern haben den zusatzfreien Tabak allerdings nicht erfunden. Natural American Spirit, ein etwas teureres Produkt der Santa Fe Natural Tobacco Company war Vorreiter. 2002 wurde die Firma vom zweitgrößten amerikanischen Tabakwarenerzeuger R. J. Reynolds gekauft. Auf der Homepage findet man nichts darüber. Stattdessen ist von einer freundlichen Kleinfirma die Rede, von Szene- und Naturkostläden, von Melancholie und Träumen.

Was ist an Zusatzstoffen eigentlich so schlimm? Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat im Rahmen des EU-Projekts PITOC (Public Information Tobacco Control) einen Report über Zusatzstoffe in Tabak erstellt. Es werden unter anderem Glycerin und Ammoniumverbindungen beigemengt, aber auch Zucker und Lakritz. Alle Zusatzstoffe sind für die Verwendung in Lebensmitteln zugelassen. Essen und Rauchen ist aber nicht dasselbe. Welche Auswirkungen das Inhalieren der Verbrennungsprodukte hat, darüber gibt es kaum Forschungsergebnisse. Sie sind vermutlich nicht gesund. Tabak ist es ohnehin nicht. Das Deutsche Krebsforschungszentrum bemängelt, dass Zusatzstoffe das Rauchen angenehmer machen. So könnten Menschen zu Rauchern werden, die Zigaretten sonst eklig finden würden.

Das Logo von American Spirit ist ein Indianer mit Federschmuck. In seiner Hand eine lange Pfeife. Karl-May-Filme, Friedenspfeifen, Pierre Brice als Winnetou. Indianer als edle Wilde, ein positives Stereotyp, das oft benutzt wird. Sortennamen wie Pueblo, Manitou oder Mohawk klingen wie europäische Indianer-Klischees.

Warum kommt Tabak mit Indianern bei Rauchern so gut an? Der Mann aus der PR-Abteilung von Pöschl Tabak weiß es auch nicht genau. „Das ist so wie Mönche auf Bierflaschen“, erklärt er. „Die Mönche haben mit dem Bier angefangen, die Indianer mit dem Rauchen.“

Ursprünglich wurden Zigaretten auch mit ihren gesundheitlichen Vorzügen beworben. Da hieß es, sie würden die Verdauung fördern und die Nerven beruhigen. Als klar wurde, dass Rauchen schädlich ist, tauchten die Cowboys in der Zigarettenwerbung auf, die Piloten, die Abenteurer. Es war ein Trick. Wenn niemand mehr daran glaubt, dass Rauchen gesund ist, wofür stehen Zigaretten dann? Für Gefahr. Die lässt sich auch verkaufen, kein Problem. Der alte Sigmund Freud. Todestrieb, Lebenstrieb. Menschen vereinen immer beides in sich.

Heute werden Raucher sozial stigmatisiert. Erfolgreich, das sind nicht mehr die Verwegenen, die Mutigen, die Risikofreudigen. Erfolgreich ist, wer seine Ressourcen optimal nutzt. Alles kann prognostiziert und evaluiert werden. Rauchen rechnet sich nicht. Es kostet viel, verringert Leistungsfähigkeit und Lebenszeit.

Indianer sind die Gegenspieler der Cowboys, kommen aber in denselben Geschichten vor. Sie stehen für Freiheit, sind Draufgänger. Indianer werden aber mit einer Lebensweise assoziiert, die auf einen bewussten Umgang mit Körper, Geist und Natur ausgerichtet ist. Der Indianer bedient den Wunsch nach Ausbruch und Sicherheit gleichermaßen und verspricht so die Auflösung eines inneren Konflikts. Er ist eine Fortführung der alten Abenteurer-Motive, fügt aber die Bedeutungsebene Verantwortung hinzu. Der Indianer ist eine Reaktion auf das schlechte Image, das Rauchen heute hat.

Die Motive auf herkömmlichen Tabaksorten erinnern daran, dass sie früher aus den Kolonien nach Europa kamen. Ein Löwe, ein Elefant, eine Trommel oder Männer in orientalischen Pluderhosen verströmen Exotik. Der Indianer ist auch exotisch. Den Werbeaussagen der Tabakfirmen zufolge, steht er für den Respekt vor dem traditionellen Gebrauch von Tabak. Ernst kann das allerdings nicht gemeint sein. Würden wir das gewohnheitsmäßige Rauchen aufgeben und Tabak nur zu rituellen Anlässen konsumieren, wäre das wohl kaum im Sinne der Hersteller.

Erschienen in der taz von 2./3. November 2013. Hier als PDF

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Ach! http://headio.net/ach/ http://headio.net/ach/#respond Sat, 02 Nov 2013 13:12:00 +0000 http://headio.net/?p=1323
seufz-donald
Keiner seufzt schöner als Donald. Hier hat ihn Anne gemalt.

Ich werde lesen. Und zwar am 10. Dezember in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur (ÖGL) in Wien.

Drei andere Mitglieder der Jungen Literaturwerkstatt und ich werden je einen Text zum Thema „Nachdem ich alles durchdacht habe, weiß ich, daß (sic!) ein Seufzer nichts wiegt.“ vortragen. Moderiert wird der Abend vom Semier Insayif, dem Leiter der Jungen Literaturwerkstatt. Außer mir lesen Eva-Maria Aigner, Theodora Bauer und Elisabeth Klar.

Das steht auch im Programm der ÖGL, auf der Website der Jungen Literaturwerkstatt leider nicht.

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Fremde Träume http://headio.net/fremde-traeume/ http://headio.net/fremde-traeume/#respond Fri, 01 Nov 2013 13:37:04 +0000 http://headio.net/?p=1320


Fall doch, du Blatt!

Mein Fernstudienkollege Mias macht Videos. Schöne Videos. In denen schlüpft er zum Beispiel in andere Menschen und spielt ihre Träume. Das ist eine Erwähnung wert, finde ich.

Die Videos von Mias gibt’s auf Vimeo zu sehen.

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Journalistische Vorbilder oder warum ich ab jetzt immer einen Notizblock mitnehmen werde http://headio.net/journalistische-vorbilder-oder-warum-ich-ab-jetzt-immer-einen-notizblock-mitnehmen-werde/ http://headio.net/journalistische-vorbilder-oder-warum-ich-ab-jetzt-immer-einen-notizblock-mitnehmen-werde/#comments Tue, 29 Oct 2013 20:11:01 +0000 http://headio.net/?p=1269
Ohne Notizblock unterwegs, selber schuld
Ohne Notizblock unterwegs, selber schuld

Ich mache diese Ausbildung an der Freien Journalistenschule (FJS). Das ist ein Fernstudium und führt zu gar keinen Terminkonflikten mit meinem hektischen Dasein als frischer Studienabgänger, der ständig auf der Jagd nach Arbeit, Aufträgen und Einhörnern ist. Aber im Vergleich zum Studium an der Universität Wien ist die Ausbildung eine einsame Angelegenheit.

Da hilft der Berliner FJS-Stammtisch. Der ist eigentlich kein Stammtisch, sondern ein Grüppchen aus fünf Leuten, das sich öfter zum Lernen und manchmal auch auf ein Bier treffen. Diese Termine zu koordinieren ist übrigens höllisch kompliziert. Ein Fernstudium machen nämlich vor allem Menschen, die auch etwas anderes machen. Sie haben nie Zeit und wenn, dann nicht alle gleichzeitig.

Beim ersten Treffen war ich neugierig, wieso sich die anderen für Journalismus entschieden haben. Um mir ein Bild davon zu verschaffen, habe ich in die Runde gefragt, was meine Kollegen denn für journalistische Vorbilder haben. Mit den Antworten konnte ich allerdings nicht viel anfangen, die Namen sagten mir nichts. Das war mir ein wenig peinlich, aber ich war gewillt, die Wissenslücken zu schließen. Also schrieb ich mir die Namen auf, mit einem geliehenen Kugelschreiber auf die Rückseite eines alten Kassabons. Wir waren auf ein Bier verabredet, natürlich hatte ich keinen Notizblock dabei. Nachdem ich alle Namen mit meiner krakeligen Sauklaue auf das Zettelchen geschrieben hatte, fragte mich eine Kollegin, ob ich die Liste per E-Mail rumschicken könnte. „Klar, mach ich gern“, versprach ich.

Als ich wieder daheim war, fiel mir ein, dass ich auch einen Blogartikel darüber schreiben könnte. Wäre vielleicht auch für Menschen außerhalb dieser Runde interessant. Ein Blogartikel ist allerdings Arbeit und meistens nicht die dringlichste. Daher schob ich die Angelegenheit vor mich her.

Als ich heute anfangen wollte, konnte ich den Kassabon nicht mehr finden. Ich hatte die alten Kassabons aus meiner Geldtasche ausgeräumt und in der Zwischenzeit hatten sie sich großzügig über meinen Schreibtisch verteilt. Da lagen sie nun zwischen allerhand anderem Papier. Ganz so sicher, ob ich den fraglichen Bon nicht vielleicht doch weggeworfen hatte, war ich mir auch nicht. Ich rechnete damit, mein Versprechen nicht halten und den Artikel nicht schreiben zu können. Es vergingen Minuten der milden Verzweiflung, bis ich den Zettel endlich wiederfand. Es gibt Schlimmeres und in diesem Fall wäre es verschmerzbar gewesen, wenn ich meine Notizen verloren hätte. Aber ärgerlich war es trotzdem.

Was habe ich daraus gelernt? Es kann immer passieren, dass man etwas notieren möchte. Das könnte dann auch wichtiger werden, als ursprünglich gedacht. Eine banale Einsicht, aber eine wesentliche.

Ich werde ab jetzt immer einen Notizblock und einen Stift mitnehmen, wenn ich aus dem Haus gehe. Nicht nur für Recherchen, sondern auch sonst. Der Block hat den Vorzug, dass man später weiß, wo etwas steht. Ich lege auch Wert darauf, dass es ein richtiger Block ist, kein kleines, schwarzes Notizbuch und schon gar kein Handy oder Tablet. Aber das ist Geschmackssache. Der Stift sollte ein Bleistift sein, denn Bleistifte funktionieren immer und werden nicht in unpassenden Momenten leer.

Natürlich verrate ich auch, was meine kleine Umfrage ergeben hat. Das sind die Journalisten, die meine Fernstudienkollegen und ich toll finden:

Charlotte Wiedemann. Die deutsche Journalistin hat Reportagen aus Südostasien und dem nahen Osten geschrieben und die NGO Sawasya gegründet, eine „Agentur zum besseren Verständnis des Fremden“.

Jonathan Littell. Der Franzose überschreitet immer wieder die Grenze zwischen Literatur und Journalismus. Er hat einen aufwändig recherchierten Tatsachenroman geschrieben, literarische Werke vom Französischen ins Englische übersetzt und aus verschiedenen Kriegsgebieten berichtet.

Anna Politkowskaja. Die regierungkritische russische Journalistin wurde 2006 an Wladimir Putins Geburtstag ermordet. Der Täter wurde zwar verurteilt, aber wer die eigentlichen Drahtzieher sind, ist bis heute nicht aufgeklärt.

Ilija Trojanow. Den habe ich auf die Liste gebracht. Ein Deutscher, der in Bulgarien geboren wurde und in Afrika aufgewachsen ist. Mich hat seine Reportagensammlung Der entfesselte Globus begeistert, sie ist ungeheuer eindringlich geschrieben. Mit Angriff auf die Freiheit gibt es ein Buch zum Thema Überwachungsstaat von Trojanow, das älter ist als der NSA-Skandal.

Für den Fall, dass ich jetzt in jemandem den unbedingten Wunsch nach dem Duft von neuen Büchern geweckt habe, gibt’s nicht ganz uneigennützige Amazon-Links. Wenn ihr hier klickt und die Bücher von Charlotte WiedemannJonathan LittellAnna Politowskaja oder Ilija Trojanow bestellt, bekomme ich auch ein paar Cent. 

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Recaptcha, jetzt also doch http://headio.net/recaptcha-jetzt-also-doch/ http://headio.net/recaptcha-jetzt-also-doch/#respond Mon, 28 Oct 2013 14:32:01 +0000 http://headio.net/?p=1258

Captchas nerven. Es sind kleine Bilder mit verzerrtem Text, den man abtippen muss, bevor eine Website eine Eingabe annimmt. So beweist man im Internet, dass man ein Mensch ist und kein Spambot.

Oft genug ist der Text aber so undeutlich, dass man ihn falsch abtippt und es noch einmal versuchen muss. Sie stellen sich zwischen den User und die Website. Als User überlege ich mir zweimal, ob ich etwas wirklich machen will, wenn ich dafür ein Captcha beantworten muss. Als Website-Betreiber ärgere ich mich darüber, dass ich es meinen Usern unnötig kompliziert mache und sie so möglicherweise verliere.

Auf meinem Wiki mit der Liste von Blogs aus Österreich verwendete ich daher erstmal keine Captchas. „Mal sehen, wie’s läuft“, dachte ich mir. Anfangs hatte ich keine Probleme. Ab und zu wurde die Startseite mit Spam überschrieben. Halb so wild. Ich habe mir angewöhnt, regelmäßig einen Blick darauf zu werfen und immer wieder mal die letzte intakte Version wiederherzustellen.

Aber die Spambots suchten das Wiki in immer kürzeren Abständen heim. Irgendwann wurde die Pflege des Wikis richtig Arbeit. Heute Morgen erreichte die Spamplage einen neuen Level. Eine E-Mail von meinem Webhoster wies mich darauf hin. Meine Dokuwiki-Installation würde Spam versenden und so den Mailserver überlasten. Sollte das nochmal vorkommen, müsse mein Dokuwiki gesperrt werden. Eine kurze Kontrolle ergab, dass über Nacht auch hunderte Spam-Seiten angelegt wurden. Die wieder los zu werden, war nicht ganz unaufwändig.

Mein Hoster hatte eine Lösung parat. Recaptcha, den Captcha-Dienst von Google, würde sichere Captchas erstellen. Dafür gibt es zum Glück auch ein Plugin für Dokuwiki. Das war schnell installiert. Google klinkt sich irgendwie überall ein. Ich bin nicht glücklich darüber, dass ich neben Google Analytics noch einen Dienst des Internetriesen auf meinem Blog verwende. Die Aussicht darauf, dass das Wiki in Zukunft nahezu wartungsfrei laufen wird, hat mir allerdings die Entscheidung leicht gemacht.

Das ist das Dokuwiki-Plugin, das ich verwende. Hier geht’s zu Recaptcha.

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Entwicklungsland Österreich http://headio.net/entwicklungsland-oesterreich/ http://headio.net/entwicklungsland-oesterreich/#comments Sat, 26 Oct 2013 12:22:24 +0000 http://headio.net/?p=1252

Dieses Blog hat es offenbar auf eine Liste mit dem Titel Österreichs Top Blogs geschafft. Sogar unter die ersten 200. Das ist mir in Google Analytics aufgefallen.

Jürgen Koller reiht österreichische Blogs nach ihrem Ranking in Suchmaschinen. Dabei stehte ich auf Platz 176. Mein Freund Martin hat es sogar unter die ersten 100 geschafft. Da fühle ich mich zuerst einmal geschmeichelt und freue mich für Martin.

Ich bin allerdings nur ein mittelmäßig aktiver Blogger. Martin und ich unterhalten uns öfter mal darüber, dass wir eigentlich mehr bloggen sollten. Trotdzem gibt’s scheinbar nicht viele Blogger in diesem Land, die aktiver sind als wir. Die österreichische Blogosphäre ist offenbar ein Entwicklungsland.

Das sind Österreichs Top Blogs. Martins mabacher.com beschäftigt sich vor allem mit Accessibility, macht aber aber auch Spaß, wenn einen das Thema nicht betrifft.

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Wie geht eigentlich Journalismus? http://headio.net/wie-geht-eigentlich-journalismus/ http://headio.net/wie-geht-eigentlich-journalismus/#respond Sun, 01 Sep 2013 21:25:59 +0000 http://headio.net/?p=1242

Das erklärt Constantin Seibt vom Schweizer Tages-Anzeiger in seinem Medienblog Deadline. Der Untertitel Journalismus im 21. Jahrhundert lässt an Konzepte zur Rettung der Zeitung denken. Und die gibt es auch. Mit 15 Thesen zum Journalismus im 21. Jahrhundert hat Seibt im Mai 2012 seinen Blog eröffnet.

Weiter geht’s ganz anders: Mit praktischen Tipps und Kochrezepten für gute journalistische Texte. Seibt schreibt über die Wichtigkeit der eigenen Haltung, wie man den Fisch verkauft und nicht den Wurm und dass eine Glasperlenkette rettend sein kann, wenn ein Artikel nicht rund läuft. Das ist alles hilfreich und macht Spaß zu lesen. Dass es ein Blog ist – reiner Zufall. Es könnte auch ein Buch sein. Ich habe es mittlerweile fast ausgelesen.

Deadline ist direkt beim Tages-Anzeiger zu lesen.

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